Ich habe bereits des Öfteren darauf hingewiesen, dass die private Bildungsoffensive immer früher beginnt. In der Grundschule ist Nachhilfe inzwischen völlig normal geworden, aber nun sind es auch die Kleinkinder, die schon im jüngsten Alter nicht nur Kitas unsicher machen sondern auch in privaten Lerneinrichtungen auf die Fremdsprachen eingeschworen werden, die in den nächsten Jahren an der Schule zum Unterricht gehören werden. Einen Videobeitrag zum Thema “Kinder Tuning” gibt es beim Spiegel. Da fragt man sich unweigerlich wo das alles hinführen wird? Es ist natürlich von enormer Bedeutung Kinder frühzeitig zu fördern, Möglichkeiten zu bieten, Wissen zu vermitteln und Talente zu lokalisieren und entsprechend zu fördern. Allerdings scheint es manchmal so als würden die Kinder dank bilinguler Kita und Kursen am Nachmittag das unbeschwerte Kindsein unterwegs verloren haben. Groß ist die Angst der Eltern nicht rechtzeitig mit der Früherziehung begonnen zu haben. Am Besten sollte das Kind schon vor dem Eintritt ins Schulalter mindestens zwei Fremdsprachen fließend in Wort und Schrift beherrschen, damit es ja keine bösen Überraschungen auf dem ersten Zeugnis gibt. Durch das stetig wachsende Angebot auf dem privaten Bildungssektor wird es Eltern immer leichter gemacht einen ersten Zugang zu finden. Wie die Mutter in dem Video Beitrag, werden sich somit auch viele andere Eltern fragen, warum sie das vorhandene Angebot nicht auch nutzen sollten. Im Grunde ist auch dieser Schachzug nur ein weiterer Hilfeschrei verunsicherter Eltern, deren schwindendes Vertrauen in die staatliche Schulbildung weiter zunehmen wird.
In der gestrigen Maybritt Illner Talkshow mit dem Thema “Eltern in Pisa Panik – Gute Bildung nur noch für Reiche?” diskutierte die Gastgeberin mit dem Minister für Generation, Familie, Frauen und Integration Armin Laschet von der CDU aus NRW, dem Präsident des deutschen Lehrerverbandes Josef Kraus, dem Bezirksbürgermeister aus Berlin-Neukölln Heinz Buschkowsky, Schauspielerin Sabine Postel, dem 16 jährigen Fachoberschüler und Hauptschulabsolventen Emre Ulukök sowie Enja Riegel, die ehemalige Schulleitern der Helene-Lange Schule aus Wiesbaden, die mit dem Deutschen Schulpreis ausgezeichnet wurde und 2008 eine eigene Privatschule eröffnet hat.
In dieser gut zusammengestellten Talkrunde wurden einleitend Daten vom statistischen Bundesamt vorgelegt, wonach 33,39% neue Privatschulen zwischen 1999 und 2007 eröffnet wurden und laut einer Umfrage des Magazins Der Spiegel 79% der Eltern bereit wären für besseren Unterricht und bessere Lehrer zu bezahlen? Für das staatliche Schulsystem sind das ernüchternde Zahlen, die den Finger in die seit Jahren klaffende Wunde legen. Natürlich wurde auch die Milliarde Euro erwähnt, die Eltern jährlich in Deutschland für Nachhilfe ausgeben. Ein weiteres Indiz dafür, das Eltern mit privater Bildung die Missstände des Schulsystems ausgleichen und das Heft selbst in die Hand nehmen.
Besonders erschreckend ist auch nach wie vor die Situation an den Hautschulen. Selbst Hauptschüler, die einen guten Abschluss gemacht haben besitzen kaum berufliche Perspektiven und werden ohne weiterführende Bildungsmaßnahmen in der Gesellschaft nur selten akzeptiert. Das wissen die Eltern genau und es dauert nicht lange bis die Umzugsmeldungen in der Schule eintreffen, denn immer mehr Eltern verlagern den Wohnsitz in andere Bezirke, um ihren Kindern mit einer besseren Schule mehr Perspektive zu ermöglichen. Sei es Grundschule oder Hauptschule, die Devise heißt für viele Eltern “Raus aus den sozialen Brennpunkten” und wer möchte ihnen das verübeln.
Die vollständige Sendung mit allen Informationen können Sie übrigens in der ZDF Mediathek ansehen.
Für viele Eltern, die Nachhilfe für ihre Schulkinder in Anspruch nehmen stellt sich unweigerlich die Frage auf welchen Zeitraum diese angelegt sein sollen. Experten kalkulieren einen Zeitraum von sechs Monaten, da Nachhilfe nicht zu einer Dauerlösung mutieren sollte. Ziel ist die kurzfristige Hilfestellung, um dem Schüler ein eigenständiges Arbeiten wieder zu ermöglichen. Laut der FiBS Studie von Anfang 2008 sieht die Realität allerdings anders aus. Nachhilfe wird meist über einen längeren Zeitraum genutzt, gemeint sind 12 Monate und mehr. Diese Erkenntnis spiegelt eine Tendenz wider, die auf Querschnittsuntersuchung beruht. Zu einem ähnlichen Ergebnis gelangt übrigens auch das Bildungsbarometer 2009.
Das wirft die Frage auf, warum Nachhilfe in der Praxis doch eher über längere Zeiträume genutzt wird. Im folgenden möchte ich Ihnen einige Gründe nennen, die zu diesem Umstand beitragen könnten:
der Schüler ist mit der Schule überfordert. Laut aktuellen Studien befinden sich derzeit ca. 13% der Schüler auf Schulen, deren Anforderungen zu hoch sind und nicht dem Lern- und Leistungsniveau der Schüler entsprechen. In diesen Fällen wird es auch mit Nachhilfe schwierig, da die Langfristigkeit vorprogrammiert ist und eine zeitnahe Selbsthilfe eher unwahrscheinlich ist. Lesen Sie hierzu auch den Blogeintrag über das “Verschenkte Potential an deutschen Schulen“.
dem Schüler fehlt die Einsicht in die Notwendigkeit von Nachhilfe und somit die Bereitschaft zu einer erfolgreichen Durchführung. Die Folge sind anfallende Kosten ohne wirklichen Nutzen. Die Bereitschaft zur Nachhilfe ist unabdingbar.
auch die fehlende Motivation vieler Schüler ist wenig förderlich, den Zeitraum für Nachhilfe zu begrenzen. Deshalb sollte ein guter Nachhilfelehrer kleine Etappenziele formulieren, bei Erreichung Lob aussprechen und dem Schüler eine Perspektive aufzeigen. Mit neuer Hoffnung, gestärktem Selbstwertgefühl und ersten Erfolgen lernt es sich leichter.
der Schüler nutzt die Nachhilfe, um sich in der Schule auszuruhen. Was in der Schule nicht verstanden wird kann ja privat nachgeholt oder im schlechtesten Fall vom Nachhilfelehrer erledigt werden. Der Zeitraum muss begrenzt sein, das muss Schüler und Nachhilfelehrer klar sein. Es ist eine Zweckgemeinschaft auf Zeit mit einer klaren Zielformulierung.
Nachhilfe sollte primär der Beseitigung von Wissenslücken und dem Erwerb der richtigen Lernstrategien dienen. Die Ursachen für die Schulprobleme sollen gefunden und beseitigt werden. Die Erledigung der Hausarbeiten gehört i.d.R. nicht dazu. Zwischen Hausaufgabenhilfe und wirklicher Nachhilfe muss explizit unterschieden werden.
Nachhilfelehrer und Schüler passen nicht zusammen und keiner merkt es. Es ist wichtig, dass der Lehrer dem Niveau des Schülers entsprechend erklärt und dort beginnt wo der Schüler stehengeblieben ist. Monatliche Gespräche sowohl mit dem Nachhilfelehrer als auch mit dem eigenen Kind sind wichtig.
neuerdings wird Nachhilfe auch als begleitendes Erfolgscoaching eingesetzt. Das bedeutet, das der Lehrer den Schüler kontinuierlich begleitet und bereits bestehende gute oder solide Noten weiter verbessert werden. Hier ist eine Nachhilfe im klassischen Sinn überflüssig, doch viele Eltern wollen beim Übergang auf die weiterführende Schule nichts dem Zufall überlassen und beugen vor.
Nachhilfefalle: Gruppenunterricht. In vielen institutionellen Lern- bzw. Unterrichtsgruppen ist eine erfolgsorientierte Nachhilfe unmöglich. Gründe hierfür sind zu große Gruppen, unterschiedliche Alters- und Klassenstufen der Schüler sowie die fehlende individuelle Betreuung. Ferner ist häufig nicht gewährleistet, dass die Nachhilfe stets beim gleichen Nachhilfelehrer stattfindet.
Es gibt sicherlich noch weitere Gründe, daher besteht auch keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit. Die genannten Punkte sollen als Denkanstöße verstanden werden, um die offensichtlichsten Gründe leichter zu erkennen und entsprechend zu handeln. Wichtig ist die Erkenntnis, dass Nachhilfe dem Schüler auch wirklich helfen soll. Dies ist nur gegeben, wenn der Schüler selbständig bleibt und nicht von einem Teufelskreis in den nächsten gerät. Eine langfristige Inanspruchnahme von Nachhilfe stärkt keinesfalls das Selbstbewustsein des Schülers, sondern wird ihn immer wieder daran erinnern, dass er alleine zu diesen Leistungen wohl nicht fähig wäre.
Spätestens beim Wechsel in die Oberstufe fangen Eltern, Lehrer, Freunde und schließlich auch der eigene Kopf an zu fragen: „Wie geht es nach dem Abitur weiter?”. Da bringt zusätzlichen Stress in der Oberstufe, denn neben dem Prüfungsstoff plagen Fragen wie: Welches Studienfach soll ich wählen? Welche Studienform ist die richtige für mich? Wie bewerbe ich mich richtig? Gibt es einen Numerus Clausus? Was erwartet mich an der Uni? Und was kommt eigentlich danach?
„Wir haben in Deutschland ein sehr umfangreiches Studienangebot, das fast für jeden das richtige Studium bietet – man muss es nur finden!” sagte mir Patrick Murray, Geschäftsführer der privaten Berliner Studienberatung planZ im persönlichen Gespräch vor einigen Tagen. „Wer die Studienwahl rechtzeitig und zielgerichtet angeht, spart sich eine Menge Stress in den beiden Abschlussjahren und lernt in der Regel motivierter und selbständiger für die Prüfungen.”
Bei über 8000 Studiengängen den richtigen zu finden überfordert viele. Wer bei der Auswahl seines Studiums nicht auf kompetente Hilfe verzichten möchte, muss also zuerst eine geeignete Beratungsstelle finden. Und das ist heute gar nicht mehr so einfach. Eltern und Freunde können zwar einfühlsame Berater sein, sie kennen sich aber in der heutigen dynamischen Hochschullandschaft oftmals nicht mehr aus.
Die Berufsberatung der Arbeitsagenturen bietet zwar kostenlose, kompetente Beratung, gut die Hälfte der Beratenen ist jedoch unzufrieden mit der Beratung. Mehr dazu im Beitrag “Berater müssen nachsitzen” in der Ausgabe 10/2007 der Stiftung Warentest.
Auch die Studienberatung der Hochschulen bietet eine Vielzahl kostenloser Angebote, jedoch kennen die Studienberater in der Regel nur die Studiengänge der eigenen Hochschule.
Schließlich bieten heute auch private Beratungsstellen professionelle und kundenorientierte Studienberatung an. Eine seriöse Beratung kostet über 1000,- €, vgl. Studienberatung Premium.
Für Ratsuchende empfiehlt es sich zunächst die kostenlosen Angebote wahrzunehmen. Besonders hilfreich sind auch die Beratungsstellen der Hochschulen. Bei den Anlaufstellen ist es jedoch für das Beratungsergebnis entscheidend, wie gut sich die Hilfesuchenden auf das Gespräch vorbereiten. Denn gerade die öffentlichen Beratungsstellen sind oftmals überlaufen, so dass die Berater nicht viel Zeit aufbringen können. Deshalb sollte man sich gut vorbereitet haben und im Beratungsgespräch die wesentlichen Fragen bearbeiten.
Wem damit nicht geholfen ist, der sollte unbedingt die privaten Studienberatungen unter die Lupe nehmen. Dabei sollte man jedoch darauf achten, dass die Berater
1. ein Hochschulstudium abgeschlossen haben
2. Umfang, Aufbau und Kosten der Beratung kompetent darstellen
3. versichern, dass keine versteckten Kosten anfallen
4. ein unverbindliches und kostenloses Vorgespräch zur Studienberatung anbieten, in dem man sich einen persönlichen Eindruck verschaffen kann
In diesem Bereich gibt es viele verschiedene Ansätze in der Beratung. In der Regel kann man aber davon ausgehen, dass die Beratungsfirmen durchaus seriöse Angebote haben und sehr an der Zufiedenheit ihrer Kunden interessiert sind. Auf der Suche nach einem guten Angebot sollte man verschiedenen Angebot einholen und sorgfältig prüfen. Wer dann noch darauf achtet, dass das Beratungsunternehmen ein gutes Renommee hat kann sicher sein, dass die Investition in die Studienberatung gut angelegt ist. Schließlich sind gerade die priavten Beratungsdienstleister auf zufriedene Kunden angewisen.
planZ: Schule, Studium, Karriere Carl-Herz-Ufer 31 - 10961 Berlin Telefon: 030/61286923
„Nur wenn wir zufriedene Kunden haben, funktioniert unser Geschäftsmodell”, erklärte Patrick Murray am 5. februar in der Financial Times Deutschland.
Bei planZ gibt es übrigens auch drei kostenlose Online-Tests, die auf die Studienplatzwahl einstimmen. Den Hochschultypentest und den Realitätscheck gibt es direkt auf der Startseite, sowie den Fachsimplertest, der in Zusammenarbeit mit Spiegel Online entstand. Obendrein verschickt die Studienberatung einen kostenlosen, informativen Newsletter zu Neuigkeiten aus der Hochschullandschaft, in dem immer wieder neue Studiengänge vorgestellt werden.
Heute morgen habe im Wissensteil des Tagesspiegels einen sehr interessanten Artikel über Underachiever gelesen. Hierbei handelt es sich um Schüler mit hohem Potential, die nach der Grundschule auf einen Schultyp gewechselt sind, der unterhalb ihres Leistungsniveaus liegt. Laut einer Studie vom Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) und des deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) sind das immerhin 17% der Schüler. Besonders gefährdet sind Schulkinder aus Nichtakademiker Familien, bei denen das Risiko zweieinhalb mal so hoch ist wie bei Akademikerfamilien. Bildungsforscher machen laut des Artikels sowohl Eltern als auch Lehrer als Verursacher aus. Die WZB Forscher hingegen, und jetzt wird es interessant, sprechen sich dafür aus die Entscheidung welche weiterführende Schule besucht werden soll möglichst weit hinauszuzögern, um Ungleichheiten abzubauen.
Dieser Ansatz klingt logisch und könnte zum Beispiel bedeuten die vier Jahre dauernde Grundschule abzuschaffen, um Schulkindern eine optimale Vorbereitung auf die weiterführende Schule zu bieten. Die Fähigkeiten und die Leistungsbereichtschaft der Schüler könnte somit genauer erkannt werden, und es bleibt mehr Zeit für eine natürliche Entwicklung. Laut dieser Studie gibt es nämlich auch Schüler, die eine Schule besuchen, deren Anforderungen zu hoch sind und somit ebenfalls nicht dem Leistungsniveau des Schülers entspricht.
Insgesamt sind es 30%, also fast ein Drittel aller Schüler, die sich auf einer Schule befinden, die nicht für sie geeignet ist.
Auch wenn es eigentlich selbstverständlich ist, so sollten Eltern zu jeder Zeit über den Bildungsstand ihrer Kinder informiert sein. Es gilt einen Dialog zur Schule und zu Lehrern zu pflegen, Fähigkeiten zu erkennen und zu fördern. Es ist wichtig über Schule, Bildung, Wissen und Chancen innerhalb der Familie offen zu sprechen und Kindern zu signalisieren, dass man sie fördert. Es mag sein, dass in Akademikerhaushalten selbstverständlicher über die Schullaufbahn und Bildung diskutiert wird, doch dann sind auch die Schulen gefragt verstärkt einen Dialog zu den Eltern aufzubauen, deren Kinder unterfordert sind und eigentlich mehr Chancen hätten. Es ist schade zu sehen, dass anscheinend viele Eltern das Potential ihrer Kinder überhaupt nicht einschätzen können und somit die Zukunftschancen gewollt oder ungewollt negativ beeinflussen.
Die Verkürzung der Schulzeit von neun auf acht Jahre am Gymansium (G8) erhitzt seit Anfang letzten Jahres die Gemüter. Da es bei Aufkommen dieser Thematik das Nachhilfe Weblog noch nicht gab, möchte ich Ihnen heute zwei Berichte zum Thema “Turbo Abitur” vorstellen, die ich aus den Archiven des Webs für Sie zusammengetragen habe. Der erste Beitrag kommt von der ARD und beleuchtet den Alltag von Schulkindern, die teilweise mit 50 Arbeitsstunden pro Woche gesegnet sind. Dank G8 wird jetzt fast rund um die Uhr gebüffelt und selbst ein Gymnasium aus Buckhorn bietet inzwischen kostenpflichtige Nachhilfe an. Reinschauen lohnt sich hier allemal, denn vor allem die Aussagen des Bildungsforschers Klaus Hurrelmann, der von einem Wettlauf um höhere Schulabschlüsse spricht zeigen deutlich welche Motivation Eltern antreibt Ihre Kinder zur Nachhilfe zu bringen.
Und auch der Stern hat sich mit dem Turbo Abitur eingehend beschäftigt und deshalb einen Abiturienten einen Tag lang begleitet. Der Bericht schildert dessen straffen Schulalltag und die damit verbundenen Konsequenzen. Freizeit bleibt hier wenig.
Zum Abschluss gibt es noch eine aktuelle Mitteilung über die Entwicklung in der G8 Problematik, die erste Erfahrungsberichte und Verbesserungsvorschlägen beeinhaltet. Auch hier ist der internationale Vergleich spektakulär, sind es doch 99% aller Staaten, die in 12 Jahren ihren Schüler die Hochschulreife ermöglichen. Ein Erfolg könnte also auch in Deutschland möglich sein, sofern das Lernpensum angemessen ist und die Schüler dabei nicht auf der Strecke bleiben.
Laut eines aktuellen Berichtes des Portals Der Westen bekommen inzwischen auch immer mehr Grundschüler in Deutschland Nachhilfeunterricht. Grund dafür ist die Verkürzung der Schulzeit (G8) sowie das benötigte Empfehlungsschreiben für die weiterführende Schule. Dass besorgte Eltern den schulischen Werdegang ihrer Kinder nicht mehr der Schule selbst überlassen möchten ist keine Neuigkeit mehr, allerdings sind es nun auch verstärkt Schüler, die bereits durchschnittliche oder gute Noten vorweisen können, die zur Nachhilfe gehen. Man geht derzeit von ca. 40% aus. Lesen Sie hierzu auch meinen Blogbeitrag Nachhilfe zur Erfolgsoptimierung. Dabei wird der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes Josef Kraus zitiert, der für die natürliche Entwicklung der Schüler eine Lanze bricht. Laut seinen Äußerungen fühlen sich Schüler heute als automatisierte Objekte, die zu funktionieren haben.
Das ist natürlich bedauerlich. Auf der anderen Seite ist es an der Zeit die Sichtweise der Eltern zu beleuchten. Die Eltern wollen nur das Beste für das eigene Kind werden Sie sagen und so ist es auch. Wer keine Kinder hat kann diese Situation, in der sich Eltern befinden wahrscheinlich kaum nachvollziehen. Schauen wir uns das Elternszenario also genauer an und stellen uns folgende Fragen:
1. Was ist das Beste für mein Kind?
Sicherlich wollen alle sorgenden Eltern, dass ihr Kind das Gymnasium besucht und das Abitur mit einer guten Note besteht. Gerne auch ohne Nachhilfe. Es wäre ja auch traurig, wenn die Antwort anders wäre. Nun gibt es die Möglichkeit zu sagen, dass das Abitur nicht benötigt wird, eine Ausbildung nach der Realschule tut es auch. Das wäre aber etwas kurzsichtig. Woher soll ein Kind am Ende der Grundschule wissen, welche berufliche Laufbahn es einmal einschlagen möchte? Es ist also mehr als verständlich, wenn Eltern ihre Kinder auf ein Gymnasium schicken wollen. Die Chance auf einen Ausbildungsplatz steigt übrigens mit Abitur.
2. Benötigt mein Kind überhaupt Nachhilfe?
Ich denke Eltern sollten sich hierbei auch etwas auf Ihr Gefühl verlassen. Sicherlich kann man zu allem ewig und drei Tage lang irgendwelche Analysen durchführen und die Kinder noch mehr verunsichern, als sie schon sind. Entscheidend ist aus meiner Sicht ein Blick auf das Gesamtbild. Schüler bei denen es nur in 1-2 Fächern hapert sind in der Regel mit Nachhilfe gut bedient. Sind die Neigungen in den Fächern einfach nicht vorhanden gilt es Interesse zu wecken. Fällt auch das schwierig, sollte wenigstens dafür gesorgt werden in den Bereich “ausreichend” oder besser “befriedigend” zu gelangen. Bei Schülern mit überwiegend schlechten Noten ist es eventuell ratsam eine Klasse zu wiederholen, soweit vorhanden schulinterne Förderkurse zu besuchen oder gezielt mit privater Einzelnachhilfe unterstützend zu wirken. Die Frage ist, ob der Schüler dieses Pensum erfüllen kann und will. Es handelt sich immerhin um Kinder, die das unbeschwerte Kindsein in vielen Fällen gar nicht mehr genießen können. Kinder, deren Zensuren befriedigend oder gut sind, benötigen eigentlich keine Nachhilfe, da wie das Wort schon sagt keine Grund besteht nachzuhelfen. Geht es um den Erwerb von Lernstrategien oder das Vertiefen von Sachverhalten, die in der Schule aus Zeitmangel nicht abgedeckt werden können, so kann Nachhilfe, wenn sie vom Schüler erwünscht wird natürlich überaus positive Effekte erzielen.
3. Welche Ziele sollen mit der Nachhilfe erreicht werden?
In erste Linie dient Nachhilfe dazu das Erlernen und Verstehen von Unterrichtsinhalten wieder zu ermöglichen. In der Regel wird Nachhilfe eingesetzt, um Noten zu verbesseren und die Versetzung zu schaffen. Leider reagieren viele Eltern erst sehr spät.
4. Welche Chancen hat mein Kind ohne Abitur?
Machen wir uns nichts vor. Das Abitur ist eine Option für eine gesichertere berufliche Zukunft. Das wissen Eltern und deshalb reagieren sie. Die Chancen auf dem Arbeitsmarkt sind besser, das braucht man nicht zu verschweigen. Welcher Ausbildungsbetrieb will schon einen Lehrling, der nicht richtig lesen, schreiben oder rechnen kann. Das Abitur ist immerhin eine Eintrittskarte für ein Studium an einer Universität, eine verkürzte Ausbildungszeit und zeigt, dass derjenige ein gewisses Maß an Allgemeinbildung besitzt. Ob das Abitur später benötigt wird ist für Eltern am Ende der Grundschule völlig unerheblich. Es geht darum Chancen zu ermöglichen. Ich kenne genug Beispiele von Schülern, die sich zwischen Klasse 5 und 8 einem Winterschlaf ähnlichen Modus befanden und erst im späteren Verlauf des Gymnasiums erwachten, sich rege am Unterricht beteiligten und heute mit gut dotierten Jobs ihre Familie ernähren können. Wären diese Schüler nicht aufs Gymnasium gegangen, würden sie heute z.B. keine Rechtsanwälte oder Ärzte sein. Das bedeutet nicht, dass jemand ohne Abitur seinen Weg nicht gehen kann, aber es vereinfacht in unserer Gesellschaft den Berufsweg entscheidend.
Wen wundert es also, dass verunsicherte Eltern, die gerne belächelt werden, weil sie das Beste für ihr Kind wollen in Nachhilfe investieren, um alle Türen für eine bessere Zukunft offen zu halten. Eltern sind heute überdurchschnittlich informiert und haben häufig das Vertrauen in die staatliche Bildung verloren. Eine aktuelle Forsa Umfrage belegt die Skepsis der Eltern. Wer keine Hilfe sieht besorgt sie sich eben selbst. Wem dazu nur einfällt, dass Bildung nichts kosten darf hat Scheuklappen auf. Wäre es Ihr eigenes Kind würden Sie vermutlich auch nicht zögern, denn bis das Schulsystem sinnvoll reformiert ist und schulinterne Fördermöglichkeiten ausreichend zur Verfügung stehen, hat ihr Kind die Grundschule längst verlassen.
Das Internet offeriert ständig neue Werkzeuge zur Kommunikation. Einige sind nützlich und durchaus sinnvoll, die meisten wahrscheinlich überflüssig oder durch zu große Konkurrenz mittelfristig obsolet. Seit geraumer Zeit wird allerorts über Twitter berichtet. Egal ob Privatperson oder Unternehmen, die Zahl derer, die ständig Statusmeldungen versenden steigt kontinuierlich an. Nach einigem Zögern habe ich mich jetzt entschlossen über das Thema Nachhilfe zu twittern. Wer möchte ist hiermit herzlich eingeladen mir auf dem Nachhilfe Weblog Twitter zu folgen.
Da viele Eltern immer noch selbst versuchen zwischen Tür und Angel als Nachhilfelehrer bei Ihren Kinder zu fungieren, möchte ich an dieser Stelle verdeutlichen wie wenig effizient diese Herangehensweise im Normalfall ist. Aus meiner persönlichen Erfahrung kann ich sagen, dass viele Eltern immer noch glauben selbst in der Lage zu sein ihren Sprösslingen mit Rat und Tat zur Seite stehen zu können, ungeachtet der Tatsache, dass die eigene Schullaufbahn mehrere Jahrzehnte zurückliegt. Nehmen wir also ein Elternpaar um die 40 Jahre zur Veranschaulichung, die ein Kind haben, welches 10 Jahre alt ist und die 5. Klasse einer Grundschule besucht. Das Kind benötigt dringend Nachhilfe. Der Altersunterschied zwischen Eltern und Kind beträgt 30 Jahre und auch für die Eltern ist es 30 Jahre her, dass sie selbst die 5. Klasse besucht haben. Die Schulzeit war eine andere, es gab keine Computer, die Schulpausen verliefen meist friedlich und es war relativ selten der Fall, dass es zu ernsthaften Auseinandersetzungen zwischen Mitschülern kam. Auch damals gab es schlechte Zensuren und auch Nachhilfe, aber Unterrichtsinhalte wurden anders gelehrt und Eltern hatten scheinbar mehr Zeit selbst zu helfen, da die wirtschaftliche Situation entspannter war. Das ist jetzt nur grob umrissen, um Ihnen zu zeigen, dass sich die Zeiten in den letzten 30 Jahren drastisch geändert haben. Wie dem auch sei, da sind sie nun die Eltern um die 40, die allen Ernstes glauben die Gegebenheiten von früher würden heute noch Gültigkeit besitzen. Inzwischen gehen beide Elternteile arbeiten, das Kind kommt aus der Schule, Hausaufgaben müssen erledigt werden, mit seinen Freunden möchte sich das Kind auch gerne treffen, Freizeitaktivitäten wie Sport wollen gepflegt werden und die schlechten Zensuren sind seit Wochen oder vielleicht sogar schon seit Monaten ein Dauerthema in der Familie. Irgendwo zwischen den Hausarbeiten, den Einkäufen im Supermarkt und dem Abendessen soll das Kind dann Versäumtes aufholen bzw. intensiv an der Notenverbesserung arbeiten. Die Atmosphäre ist häufig gereizt und überspannt, den Eltern fehlt in der Regel Ruhe, Zeit und Kraft sowie der nötige emotionale Abstand sich wirklich mit den Schulproblemen ihres Kindes zu beschäftigen. Hinzu kommt, dass viele Eltern den Unterrichtsstoff ihrer Kinder auch überhaupt nicht mehr verstehen, da sie sich kaum noch in die Lage des Schülers hineinversetzen können und die eigene Schulzeit viel zu lange zurückliegt. So sind viele getrieben von übermäßigem Ehrgeiz ohne die eigenen Grenzen des Machbaren zu erkennen. In den ersten Klassen der Grundschule mag die eigene Nachhilfe noch funktionieren, aber je weiter das Ende der Grundschule und der Übergang an eine weiterführende Schule naht, desto schwieriger wird es für Eltern adäquate Nachhilfe leisten zu können. In diesem Zusammenhang kommen die externen Dienstleister ins Spiel, die Nachhilfe auf privater Basis anbieten oder über ein Insitut. Natürlich ist es in wirtschaftlich angespannten Zeiten verständlich Kosten einsparen zu wollen, denn externe Nachhilfe verursacht Kosten.
Sie bietet allerdings einige Vorzüge, die Eltern selbst nicht bieten können:
eine externe Person betrachtet die Schulprobleme nüchtern, verfügt also über emotionale Distanz.
mit dieser Distanz können Probleme besser lokalisiert werden und die nötigen Maßnahmen ergriffen werden, um dem Schüler langfristig ein eigenständiges Arbeiten wieder zu ermöglichen
der Altersunterschied zwischen Nachhilfelehrer und Schüler ist in der Regel deutlich geringer. Viele externe Nachhilfelehrer sind z.B. Studenten auf Lehramt, die mit ihrer Materie bestens vertraut sind und deren Schulzeit noch nicht so lange zurückliegt wie die der Eltern
der Umgang mit einem Nachhilfelehrer ist immer ein anderer als mit den eigenen Eltern. Der Lehrer kommt zu einer vereinbarten Zeit, viele Möglichkeiten der Ablenkung gibt es nicht; auch wenn die Atmosphäre locker ist sollte eine Nachhilfestunde eine Art Unterrichtscharakter haben und wird vom Schüler in der Regel auch so wahrgenommen. Das Konzentrationsvermögen ist höher als bei Nachhilfe durch Eltern
die zeitgemäßen didaktischen Qualitäten und die Nähe zu Schule bzw. Universität macht es für viele Nachhilfelehrer einfacher sich in die Lage des Schülers hineinversetzen zu können. Das wird auch der Schüler merken, der sich besser verstanden fühlt, da die Nachhilfe zeitgemäßer ist.
Nachteile gibt es außer dem monatlichen Kostenfaktor nach meinen Erfahrungen keine. Alle Parteien sollten im Idealfall von der externen Nachhilfe profitieren. Der Schüler arbeitet mit einem privaten Nachhilfelehrer besser und deutlich effizienter als mit den Eltern. Die Eltern selbst müssen die Nachhilfe zwar bezahlen, können die Zeit allerdings anderweitig nutzen und müssen nicht länger Nachhilfelehrer spielen. Die emotionale Situation entspannt sich mit den ersten Notenverbesserungen recht schnell. Es sei noch angemerkt, dass Eltern mit der Beauftragung eines externen Nachhilfelehrers nicht aus der Pflicht sind, denn eine Kontrolle sollte dennoch stattfinden und auch ein regelmäßiger Austausch über den Lernfortschritt sowohl mit dem Nachhilfelehrer als auch mit dem eigenen Kind. Dann spricht auch nichts dagegen, dass Eltern Vokabeln abfragen oder die Hausaufgaben soweit möglich kontrollieren.
Immer wieder lese ich hilfesuchende Fragen wie und wo man Nachhilfe findet, was Nachhilfe kosten darf und was zu beachten ist. Aus diesem Grund stelle ich einige nützliche Tipps und Hinweise zur Verfügung, die den Weg zur privaten Nachhilfe vereinfachen sollen. Betrachten Sie es als einen Leitfaden, der auf persönlichen Erfahrungswerten beruht, die ich über die letzten Jahre gesammelt habe.
Allgemeines zur Nachhilfe:
1 .Zuerst muss die Bereitschaft für Nachhilfe vorhanden sein. Es ist Zeitverschwendung und kostet unnötig Geld, wenn Schüler die Nachhilfe nur wiederwillig akzeptieren und keine Einsicht in die Notwenigkeit vorhanden ist. Ein vernünftiges Gespräch zwischen Eltern und Schüler vorab, frei von Emotionen sollte Verständnis bewirken und vor allem die Perspektive aufzeigen, die durch Nachhilfe möglich wird. Der Schüler soll verstehen, dass Nachhilfe keine Strafe ist, sondern eine sinnvolle und hilfreiche Maßnahme, um den Anschluss in der Schule zu schaffen, Noten zu verbessern und den Spass am Lernen neu zu entfachen.
2. Wie finde ich einen Nachhilfelehrer? Das ist der Klassiker unter den Fragen. Früher ging man in den Supermarkt an den Aushang, fragte im Bekanntenkreis herum oder stöberte durch Tageszeitungen. Das kann man auch heute gewiss noch tun, allerdings ist diese Methode mitunter recht zeitaufwändig. Einfacher geht das über sogenannte Nachhilfebörsen, Nachhilfevermittlungen, Nachhilfeportale bzw. Nachhilfedatenbanken von denen es nur wenig wirklich gut strukturierte im Netz gibt. Dort können Sie auf ein gebündeltes und gut aufbereitetes Nachhilfeangebot zurückgreifen. Gute Nachhilfebörsen bzw. Nachhilfedatenbanken mit informativen Lehrerprofilen bieten eine detaillierte Suche anhand verschiedener Merkmale. So finden Sie selbständig in wenigen Sekunden alle Nachhilfelehrer in Ihrer Nähe, die potentiell in Frage kommen. Bei erfolgreicher Vermittlung wird häufig eine Service- oder Nutzungsgebühr erhoben die ca. 25-35 Euro kostet. Für die Vermittlung eines adäquaten Nachhilfelehrers ist das eine lohnenswerte Investition, da Ihnen die zeitintensive Suche im privaten Umfeld erspart wird.
3. Welcher Nachhilfelehrer ist für mein Kind geeignet? Diese Frage ist pauschal leider nicht zu beantworten. Das Märchen von all den geprüften Nachhilfelehrern, die von Expertenteams sorgfältig und handverlesen ausgewählt wurden ist allerdings wenig glaubhaft. Ob ein Nachhilfelehrer Abitur hat und einen Studiengang erfolgreich absolviert hat sagt nichts darüber aus, ob er oder sie geeignet ist Nachhilfeunterricht erfolgreich zu leisten. Ein Muttersprachler ohne Studium wird wahrscheinlich bessere Ergebnisse beim Erklären seiner Muttersprache erzielen, als jemand der die Sprache erlernen musste. Praxistauglichkeit ist hier das Stichwort. Studenten sind übrigens häufig hervorragende Nachhilfelehrer, da Sie täglich selbst lernen und sich aufgrund des Studienganges bereits spezialisiert haben. Zudem fällt vielen Schülern aufgrund des geringen Altersunterschiedes die Nachhilfe leichter.
4. Haben Sie einen Nachhilfelehrer gefunden, der Ihren Anforderungen entspricht sollten Sie prüfen, ob eine kostenlose Probestunde angeboten wird. In modernen Nachhilfedatenbanken oder online Nachhilfebörsen werden Sie über diese Option bereits in den Lehrerprofilen informiert, ohne dass Sie nachfragen müssen. Es ist wichtig, dass sich Ihr Kind wohlfühlt und die Bereitschaft hat mit dem neuen Lehrer an den Problemfächern zu arbeiten. Die oft zitierte Chemie muss stimmen.
5. Nachhilfe sollte gezielt eingesetzt werden und ist nicht als bequemer Ersatz für Desinteresse am Schulunterricht gedacht. Formulieren Sie gemeinsam mit Ihrem Kind realistische Ziele, die in einem bestimmten Zeitraum erreicht werden sollen und sprechen Sie diese mit dem Nachhilfelehrer ab. Ideal ist ein Zeitraum von sechs Monaten. Geht es nur um ein Fach kann eine Doppelstunde (90 Min.) pro Woche bereits ausreichend sein. Für effektive Ergebnisse empfiehlt es sich zwei Doppelstunden in Anspruch zu nehmen. Ferner sollte Nachhilfe keine Betreuung der Hausarbeiten sein. Hier sollte strikt getrennt werden, da Nachhilfe höher vergütet wird als Hausaufgabenbetreuung.
6. Vom vertraglichen Kauf von Unterrichtspaketen, Mindeststunden, Coupons o.ä. ist generell abzuraten. Es gibt Anbieter, die Unterrichtspakete für privaten Einzelunterricht verkaufen und somit wie Institute agieren, außer dass der Unterricht zu Hause stattfindet. Profitieren tut nur der Anbieter selbst. Sie möchten schließlich den Unterricht beenden, wenn Sie nicht zufrieden sind oder die Nachhilfe nicht mehr benötigt wird. Bei privater Nachhilfe ist ein Laufzeitvertrag nicht nötig.
7. Wieviel kostet private Nachhilfe? Die Statistik geht von rund 750,- Euro pro Jahr aus. Damit kostet private Einzelnachhilfe weniger als die Hälfte von dem was für insitutionellen Gruppenunterricht veranschlagt wird. Ausführliche Informationen hierzu finden Sie im Vergleich von Lerngruppen und Einzelnachhilfe. Eine Faustregel gibt es hier nicht. Ein preiswerter Lehrer für 8,- Euro kann genauso hilfreich sein wie jemand der 25,- Euro verlangt. In der Regel verlangen Studenten zwischen 8,- und 15,- Euro pro 45 Minuten Unterricht, einen richtigen Lehrer bekommt man für 20,- bis 25,- Euro. Dies sind nur grobe Richtwerte. Die Preise sind auch regional unterschiedlich. Für rund 15,- Euro lassen sich fast überall gute Nachhilfelehrer finden.
8. Lernstörungen und Nachhilfe. Die am weitesten verbreiteten sind ADHS (AufmerksamkeitsDefizit-/HyperaktivitätsSyndrom), LRS (Lese- und Rechtschreibschwäche), Dyskalkulie (Rechenschwäche) und Dyspraxie (Koordinations- und Entwicklungsstörung). Sollte eine Lernstörung vorliegen ist ein normaler Nachhilfeunterricht wenig effektiv. Hier werden Spezialisten benötigt, die Erfahrungen auf diesem Gebiet haben und die Nachhilfe dementsprechend gestalten können. Leider geben nur wenige Nachhilfedatenbanken Auskunft, ob der Nachhilfelehrer dafür geeignet ist.
Informationen zum Nachhilfelehrer:
1. Lassen Sie sich vor Beginn der ersten Unterrichtseinheit den Personalausweis zeigen. Sie möchten schließlich genau wissen mit wem Sie es zu tun haben und vor allem wem Sie Ihr Kind für Nachhilfe anvertrauen.
2. Über welche Qualifikationen verfügt Ihr Nachhilfelehrer? Schulabschlüsse, Studiengänge, Praxiserfahrung, Sprachkenntnisse, Auslandsaufenthalte. In einem persönlichen Gespräch zum gegenseitigen Kennenlernen können Sie einige wertvolle Details in Erfahrung bringen.
3. Hat Ihr neuer Nachhilfelehrer bereits Erfahrung mit Nachhilfe? Das ist sicherlich kein K.O. Kriterium, da jeder irgendwann einmal mit einer Sache beginnt, aber falls Erfahrungswerte vorhanden sind sollten Sie sich ruhig informieren und auch Fragen in Bezug auf Notenverbesserungen der bisherigen Schüler, Dauer der Nachhilfe etc. stellen.
4. Klären Sie ab, ob Ihr Nachhilfelehrer auch kurzfristig verfügbar ist. Stichwort: Flexibilität. Es kann immer wieder mal zu Situationen kommen, in denen ein Schüler vielleicht eine Extrastunde Nachhilfe braucht. Diese zusätzlichen Stunden werden im allgemeinen vor schwierigen Klassenarbeiten in Problemfächern und bei akuter Versetzungsgefährdung gerne in Anspruch genommen.
5. Vereinbaren Sie Ihre Termine frühzeitig. Ihr Nachhilfelehrer hat wahrscheinlich noch andere Schüler. Bestens geeignet sind regelmäßige Nachhilfestunden an gleichen Wochentagen zu festen Zeiten.
6. Informieren Sie sich regelmäßig bei Ihrem Nachhilfelehrer über Lernfortschritte und Wissenslücken Ihres Kindes. Auch sollten Sie regelmäßig mit Ihrem Kind sprechen und schauen, ob sich die Einschätzungen decken. Suchen Sie den Austausch und bleiben Sie auf dem Laufenden!
7. Lassen Sie sich bei Bedarf eine Quittung über geleistete Unterrichtsstunden ausstellen. Dies ist Ihr gutes Recht, denn auch Nachhilfe ist schließlich eine Dienstleistung.